Silvester weltweit

Glücksweintrauben und rote Unterwäsche – Nationale Bräuche zum Jahreswechsel

Weltweit wird in fast allen Ländern am Abend des 31. Dezember Silvester gefeiert. Doch nicht immer zählt ein Feuerwerk – wie in Deutschland – zur Tradition. Für jeden, der das neue Jahr nicht zuhause, sondern in der Ferne beginnen und dabei andere Bräuche erleben möchte, bieten Dertour und ITS die passenden Reisen und Unterkünfte.

In Spanien bringen 12 Weintrauben an Silvester Glück für die nächsten 12 Monate. Allerdings nur, wem es gelingt, mit jedem Glockenschlag um Mitternacht exakt eine Weintraube zu verspeisen. Bis zum letzten Schlag der Kirchturmuhr müssen alle Träubchen gegessen sein – sonst droht Unheil. Die 12 „Weintrauben des Glücks“ kann man in den Supermärkten vorab in Tütchen oder Dosen kaufen.

In Österreich darf der „Wiener Walzer“ auch an Silvester nicht fehlen. Vor dem Wiener Rathaus tanzen die Österreicher schwungvoll und melodisch ins neue Jahr.

Die Silvestertradition in Italien ist nicht sofort ersichtlich, aber die Auslagen der Kaufhäuser und Dessous-Geschäfte weisen schon kurz nach Weihnachten darauf hin: Überall findet sich rote Unterwäsche in den Schaufenstern. Der Grund: Italienerinnen tragen an Silvester und Neujahr rote Dessous – das bringt Glück und Erfolg im neuen Jahr. Wer sie als Geschenk vor seiner Tür findet, kann sich besonders glücklich schätzen.

Weiß ist die klassische Silvester-Farbe in Brasilien: Am Abend und in der Nacht zum 31. Dezember tragen die Brasilianer weiße Kleidung – in der Hoffnung auf Frieden und Glück für das kommende Jahr. Um Mitternacht wird es romantisch: Die Brasilianer pilgern zum Meer, werfen Blumen ins Wasser und zünden Kerzen an, die sie in den Sand stecken. Ein Lichtermeer erstrahlt am nächtlichen Strand. Dabei stehen rote Kerzen für Glück in der Liebe, weiße Kerzen für den Frieden und gelbe Kerzen für den erhofften Geldsegen.

Laut, bunt und fröhlich wird es am 2. Januar in Südafrika, wennn Karnevalsgruppen mit Trommel durch die Straßen von Kapstadt ziehen. Rund 10.000 Menschen in prachtvollen Kostümen nehmen an diesem Spektakel teil und erinnern damit an das Ende der Sklaverei in Südafrika in den 1830er Jahren. Musikbands, Chöre und Tanzgruppen sorgen für ausgelassene Stimmung, rund 100.000  Zuschauer begleiten den Umzug durch die Straßen der Stadt.

Wer am 31. Dezember in China die große Silvesterparty feiern möchte, sucht vergeblich, denn dann sitzen die Chinesen eher gemütlich im Kreise ihrer Lieben beim Abendessen zusammen. Gefeiert wird dagegen das chinesische Neujahrsfest, auch Frühlingsfest genannt.  Das Fest fällt traditionell auf einen Neumond zwischen dem 21. Januar und dem 21. Februar, in 2020 beginnt das Neujahrsfest am 25. Januar. Viele Chinesen reisen dazu in ihre Heimatdörfer. Neujahrs-Bräuche und Riten gibt es viele im Reich der Mitte. Das Haus wird gereinigt und mit Bambuszweigen ausgefegt, bevor die Chinesen um kurz vor Mitternacht ihre Fenster öffnen, damit das neue Jahr den Weg ins saubere Heim findet. Unverheiratete Frauen locken den zukünftigen Mann an, in dem sie Mandarinen ins Meer werfen. Kleine Teigtaschen in Form alter chinesischer Münzen werden am Vorabend des Neujahrsfestes verspeist und verheißen Reichtum und Glück.
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